BEGEGNUNGSZONE MIT STRASSENBAHN

für die Landstraße Hauptstraße

BEGEGNUNGSZONE MIT STRASSENBAHN

für die Landstraße Hauptstraße

Bora Akcay – Eine Untersuchung der TU Wien empfiehlt für die Landstraßer Hauptstraße eine Begegnungszone mit Straßenbahn.

Ziel der Untersuchung von Ulrich Leth und Harald Frey war die Beurteilung der vorhandenen Verkehrskonzepte für den 3. Bezirk und die Entwicklung neuer Vorschläge für die Zukunft. Die Verkehrsberuhigung der Landstraßer Hauptstraße sei nach wie vor ein Thema.

In der Verkehrsplanung im Bezirk gibt es einiges an Verbesserungspotential. Zu diesem Schluss kommen die TU-Verkehrsforscher Ulrich Leth und Harald Frey in einer Studie, die von den Grünen im Bezirk beauftragt wurde. Die Verteilung des Verkehrsraumes begünstige immer noch stark den motorisierten Verkehr auf Kosten von Rad- und Fußverkehr, obwohl die Bedeutung des privaten PKW in Wien sich seit Jahrzehnten verringert. “Das trifft besonders auf die Hauptrouten durch den Bezirk wie die Landstraßer Hauptstraße oder den Rennweg zu”, sagt Ulrich Leth, Universitätsassistent am Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der TU Wien. “Das äußert sich dann in Unfallhäufungen mit verletzten RadfahrerInnen und FußgängerInnen entlang dieser Routen.” Auch das Stadtentwicklungsgebiet im Erdberger Mais sei derzeit noch sehr auf das Auto ausgelegt.

Begegnungszone mit Straßenbahn

Neben der Problemanalyse waren auch Vorschläge für konkrete Maßnahmen Teil der Aufgabe. Hier konnten die Studienautoren u.a. auf die Machbarkeitsstudie von 2015 zur Verkehrsberuhigung für Teile der Landstraßer Hauptstraße von Harald Frey zurückgreifen. Eine Begegnungszone sei hier nach wie vor sinnvoll, so die Autoren. Um die öffentliche Anbindung der südlichen Stadtentwicklungsgebiete zu verbessern, schlagen die Experten eine Straßenbahnlinie vom Stubentor bis zum Gasometer vor. Diese würde dann die notorisch überlastete Buslinie 74A ersetzen und ließe sich auch mit einer Begegnungszone kombinieren, wie es anderen Städten bereits praktizieren. “Die Kapazität und der Fahrkomfort würden sich mit einer Straßenbahn deutlich erhöhen”, nennt Leth die Vorteile. Zusätzlich wäre auch die geplante Eventhalle in Sankt Marx mit einem weiteren höherrangigen Anschluss versorgt.

Für Bora Akcay, Klubobmann der Grünen im 3. Bezirk, sind die Studienergebnisse ein Auftrag: „Unser Bezirk wird in den kommenden Jahren weiterwachsen. Diese werden nicht nur Öffi-Anbindungen brauchen, sondern auch genügend Platz zum Gehen, Radfahren und Verweilen. Eine wissenschaftliche Basis ist für uns bei der strategischen Planung unerlässlich. Hier zeigt es sich, daß eine Verlangsamung des motorisierten Individualverkehrs sehr positiv auf die Lebensqualität der BewohnerInnen auswirkt.“ Für den historisch gewachsenen Bezirksteil erneuerte er die Forderung nach einer Begegnungszone in der Landstraßer Hauptstraße. Der aktuelle Experten-Vorschlag vom Rochusmarkt bis zu Invalidenstraße ist diesmal weitreichender als vor fünf Jahren. „Die Erfahrung seit 2015 zeigt, dass die ‘Bezos’ gut funktionieren. Eine Fußgängerzone sehe ich als mögliches Ziel für die weitere Zukunft. Auch die von den Experten empfohlene Straßenbahnlinie kann ich mir gut vorstellen“, so Akcay. Für die Einkaufsstraßen sind Begegnungszonen eine Attraktiverung und die Chance auf mehr Umsatz, wie voriges Jahr auch die Wirtschaftskammer einräumen musste. „Wir sind im Dialog mit den lokalen Kaufleuten und hören überwiegend Zustimmung zu unseren Forderungen“, sagt Akcay. „Widerstand kommt in erster Linie von den anderen Bezirks-Fraktionen und vom Bezirksvorsteher. Wir erleben aber nicht nur bei diesem Thema seit Jahrzehnten einen verkehrspolitischen Stillstand. Nur ein starkes Mandat aus der Bevölkerung für die Grünen kann hier Bewegung in die Sache bringen“, betonte der Bezirks-Klubobmann in Hinblick auf die Wien-Wahl im Herbst.

Rüdiger Maresch, Verkehrssprecher der Grünen Wien: „Wir machen den Bezirk Landstraße klimafit, das heißt, mehr öffentlicher Verkehr, mehr Platz für RadfahrerInnen und FußgängerInnen sowie mehr Bäume. Mit der Studie als Grundlage haben wir ein wichtiges Tool in der Hand, unsere Wiener Klimaziele in der Landstraße umzusetzen“.

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