Frauen im Fokus: ALEXANDRA

Unternehmerin im Dritten

Frauen im Fokus: ALEXANDRA

Unternehmerin im Dritten

Alexandra wohnt seit 20 Jahren im Weißgerberviertel. Sie erzählt, wie es ihr während der Pandemie geht.

Wir leben jetzt seit einem Jahr mit der Corona-Krise, die unseren Alltag komplett verändert hat. Was hat sich bei dir persönlich komplett verändert?

Ich übernahm im Jänner 2020 mein jetziges Geschäft Curry me home, in dem ich die Jahre davor angestellt war. Es gibt viele Stammkund*innen, bunt gemischtes Publikum und vor allem ist der Mittagstisch sehr beliebt. Was sich Mitte März mit dem ersten großem Lockdown schlagartig änderte (vor allem im Hinblick auf den Mittagstisch), da plötzlich alle umliegenden Büros leergefegt waren und der Großteil plötzlich im Homeoffice war. Als Lebensmittelhändlerin konnte ich zwar die ganze Zeit offen haben, aber es kamen natürlich viel weniger Menschen. Das war für mich schon ein ziemlich drastischer Einschnitt, als von heute auf morgen plötzlich mehr als die Hälfte der Mittagskund*innen weggefallen ist. Ich musste aber, wie viele andere auch, damit leben und das Beste daraus machen. Ich nutzte die Zeit, um unseren Webshop auszuweiten und machte auch viel Werbung dafür.

Gibt es besondere Herausforderungen, die sich für dich persönlich in der Corona-Krise stellen? Wie bewältigst du sie? Hast du Tipps für andere Frauen in ähnlichen Situationen?

Die fehlenden Mittagstischkund*innen sind für mich noch immer eine große Herausforderung – jeden Tag – aber es wird Woche für Woche besser und wir hatten Gott sei Dank einen tollen Dezember! Ich bewältige meine Tage und die Herausforderungen, die sie bringen, weil ich einfach so gerne in mein Geschäft gehe und so gerne für meine Kund*innen da bin! Ich habe einfach ganz viel Spaß an meiner Arbeit, die ich mache und ich glaube, das ist das Geheimnis in jedem Job. Natürlich hat man auch schlechte Berufstage, aber auf die folgen zum Glück immer wieder viele neue, schöne und sinnerfüllte Tage. Mit der perfekten Unterstützung durch meine Mitarbeiterin und meinen Mann macht das Ganze noch doppelt so viel Spaß!

Gibt es etwas in deinem Leben, was sich durch die Corona-Krise zum Positiven verändert hat?

Beruflich habe ich meinen Webshop auf Vordermann gebracht, das hätte ich sonst wohl nicht so schnell gemacht. Ich gehe Projekte und Ideen mittlerweile viel ruhiger und gelassener an, denn es kommt ohnehin so, wie es kommt und die Pandemie es vorgibt. Privat kochen wir noch mehr als vor der Pandemie und probieren noch mehr tolle und neue Gewürze aus. Wir halten als Familie gut zusammen und lassen uns nicht unterkriegen.

Hast du einen Lieblings-Ort im Dritten Bezirk? Vielleicht einen, wo du während der Corona-Krise besonders oft warst oder Kraft tanken konntest?

Ich bin sehr gerne mit meinen Walking–Stöcken unterwegs, aber mein absoluter Lieblings- und Kraftort ist mein Geschäft “Curry me home” in der Rasumofskygasse!

Auf was freust du dich besonders, wenn die Corona-Krise vorbei sein wird?

Dass wir uns endlich wieder alle von Herzen und ohne Bedenken, jemandem damit zu schaden, umarmen und küssen können. Endlich wieder reisen zu können und sich in Restaurants bekochen zu lassen und ganz besonders freue mich darauf, mit meinen Kunden endlich wieder Curryworkshops zu machen!

Gibt es einen Wunsch, den du an die Politik hast?

Für unsere Jugend würde ich mir wünschen, die Lehrpläne stärker darauf auszurichten, was man im Alltag und Beruf wirklich braucht und einen Plan, wie man das Versäumte sinnvoll aufholen kann. Mehr Unterstützung für kleine selbständige Betriebe, Vertrauen und Glaubwürdigkeit, Menschlichkeit, Ehrlichkeit und ein gemeinsames Miteinander.

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